Pressemitteilung

„Endlich hat mir jemand zugehört und mich auf dem Weg aus dem Behördendschungel begleitet.“

Familie Schaefers (li) erfuhr erst durch Max Boecker und Annette Riegel (re) vom EUTB-Team der ZNS - Hannelore Kohl Stiftung, was 'Berufliche Reha' bedeuten kann

Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung (EUTB) der ZNS – Hannelore Kohl Stiftung berät in der neurologischen Praxis Dr. Christoph Kley in Eitorf

Seitdem sich abzeichnete, dass ihr Sohn durch die Folgen eines Hirntumors keine Chancen auf dem ersten Arbeitsmarkt haben wird, suchte Frau Schaefers verzweifelt die Unterstützung verschiedener Beratungsangebote. Doch das Ergebnis war immer das gleiche – ein Weg in die Sackgasse. Entweder waren die empfohlenen Angebote nicht auf die Bedürfnisse von Menschen mit erworbener Hirnschädigung ausgerichtet oder ihr wurden sogar falsche Informationen gegeben. Die Ratlosigkeit beängstigte sie. „Ich konnte mir nicht vorstellen, dass es für meinen Sohn mit Anfang 20 keine passenden Optionen geben soll. Er braucht unbedingt eine Tagesstruktur und soziale Kontakte – vor allem, nachdem sich viele von seinen Freunden von ihm abgewendet hatten“. Durch den wertvollen Hinweis einer Beratungsstelle wurde die tatkräftig wirkende Angehörige schließlich auf das Angebot der EUTB ZNS – Hannelore Kohl Stiftung aufmerksam. Die empathische Beraterin konnte schnell die Sorgen von Frau Schaefers nachvollziehen und zu verschiedenen Beschäftigungsmöglichkeiten in Wohnortnähe vermitteln. Schon beim Kennenlernen des ersten Angebotes stand fest: Das ist genau das, was sich die Familie erhofft hatte. „Erst nach dieser langen Suche wurde mir erklärt, dass >Berufliche Reha< auch bedeuten kann, in einer Werkstatt für Menschen mit erworbener Hirnschädigung zu arbeiten. Mir ist regelrecht ein Fels vom Herzen gefallen. Wir wissen jetzt endlich, wie es weitergeht.“

Die EUTB der ZNS – Hannelore Kohl Stiftung berät Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen aus Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis telefonisch, online und persönlich vor Ort. Zunehmend werden Beratungen auch in Kliniken und Praxen angeboten, in denen Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen behandelt werden. Gleichwohl bedeutet das Motto der EUTBs „Eine für alle“, dass es für die Kontaktaufnahme keine Rolle spielt, mit welcher Beeinträchtigung eine Person lebt oder worin deren Ursache liegt.

Dank der Unterstützung durch Herrn Dr. Christoph Kley, seit April 2019 niedergelassener Neurologe in Eitorf, werden Patientinnen und Patienten sowie ihre Angehörigen ab sofort jeweils nach vorheriger telefonischer Terminabsprache donnerstags von 13.00 bis 15.00 Uhr direkt in der Praxis beraten. Der langjährige Chefarzt der Abteilung Neurologie in Troisdorf-Sieglar kennt die Sorgen und Ängste der betroffenen Menschen und ihrer Angehörigen: „Gerne stelle ich meine Praxisräume zur Verfügung, damit die EUTB der ZNS – Hannelore Kohl Stiftung auch in Eitorf und Umgebung behinderte und von Behinderung bedrohte Menschen beraten kann. Durch meine Erfahrung im Krankenhaus weiß ich, dass gerade im Anschluss an Akutversorgung und Frührehabilitation gute Beratung wichtig ist, damit erreichte Rehaziele erhalten bleiben und der Weg zurück in die gesellschaftliche Teilhabe geebnet wird.“

Helga Lüngen, Geschäftsführerin der ZNS – Hannelore Kohl Stiftung, ist dankbar für die Förderung durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Gerne bestätigt sie: „Die Beratenden sind frei von Interessenkonflikten und unabhängig. Im Mittelpunkt stehen die Wünsche und die selbstbestimmte Lebensplanung und -gestaltung der ratsuchenden Person. Unsere EUTB ZNS berät zu allen Lebensbereichen wie z. B. Arbeiten, Freizeit, Mobilität und Wohnen. Häufig werden auch Themen aus den Bereichen Freizeitgestaltung, Partnerschaft, Sexualität oder das Knüpfen sozialer Kontakte angesprochen.“   

Die Beratung erfolgt durch qualifizierte sozialpädagogische Fachkräfte, die teilweise selbst mit einer Behinderung leben und damit als ExpertInnen in eigener Sache beraten. Diese Methode heißt „Peer-Beratung“ und wird ebenfalls bei der EUTB der ZNS – Hannelore Kohl Stiftung angeboten.    

Die Beratungsgespräche werden von Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen gemeinsam mit den Peerberatenden auch als Team angeboten. Das nennt man "Tandem-Beratung".  

 

Kontakt für die Medien:

Helga Lüngen
Geschäftsführerin
ZNS – Hannelore Kohl Stiftung, Bonn
Telefon: 0228 97845-10
presse@hannelore-kohl-stiftung.de

Dr. Christoph Kley
Facharzt für Neurologie, Geriatrie
Markt 4, 53783 Eitorf
Telefon: 02243 5135
info@neurologie-kley.de

Abdruck honorarfrei, Belegexemplar erbeten

Foto: Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung (EUTB) für Menschen mit Hirnschädigung:

Familie Schaefers (li) erfuhr erst durch von Max Boecker und Annette Riegel (re) vom EUTB-Team der ZNS - Hannelore Kohl Stiftung, was 'Berufliche Reha' bedeuten kann

 

Hintergrundinformationen:

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) fördert auf der Grundlage des neuen § 32 SGB IX die Errichtung der EUTB. Die Fördermittel werden für ein bedarfsgerechtes, regionales Angebot entsprechend der Größe der Bundesländer aufgeteilt. Die Fachstelle Teilhabeberatung sorgt für eine überregionale Vernetzung der Beratungsangebote und begleitet die EUTB nach dem Prinzip „Eine für Alle“: Die Einrichtungen stehen für Fragen zu allen Beeinträchtigungen und zu allen Fragen der Rehabilitation und Teilhabe offen. Es handelt sich um ein ergänzendes Angebot, welches bestehende Beratungsstrukturen nicht ersetzen soll.  

www.teilhabeberatung.de

Die ZNS – Hannelore Kohl Stiftung für Verletzte mit Schäden des Zentralen Nervensystems mit Sitz in Bonn wurde 1983 von Frau Dr. med. h.c. Hannelore Kohl ins Leben gerufen. Die Stiftung unterhält einen Beratungs- und Informationsdienst für Schädelhirnverletzte und deren Angehörige, unterstützt bei der Suche nach geeigneten Rehabilitationseinrichtungen und fördert die wissenschaftliche Forschung auf dem Gebiet der Neurologischen Rehabilitation. Sie engagiert sich in der Präventionsarbeit für Unfallverhütung. Bis heute konnten über 31 Mio. Euro aus Spendenmitteln für über 675 Projekte an Kliniken, Institutionen und Rehabilitationseinrichtungen in Deutschland weitergegeben werden. Jedes Jahr erleiden rund 270.000 Menschen Schädelhirntraumen, knapp die Hälfte von ihnen ist jünger als 25 Jahre. Dank der medizinischen Fortschritte kann vielen von ihnen geholfen werden.
www.hannelore-kohl-stiftung.de